Kohlweißling bekämpfen: Effektive Methoden und Tipps

Silke Kohl

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kohlweißling bekämpfen

Der Kohlweißling ist ein gefürchteter Schädling im Garten und kann erhebliche Schäden an Kohlpflanzen verursachen. Um einen Befall zu vermeiden oder zu bekämpfen, gibt es verschiedene effektive Methoden und Tipps, die jeder Hobbygärtner kennen sollte.

In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige zur Bekämpfung des Kohlweißlings und wie Sie Ihre Pflanzen schützen können. Wir stellen Ihnen vorbeugende Maßnahmen vor, zeigen Ihnen chemische und biologische Bekämpfungsmethoden und geben Ihnen Tipps zur langfristigen Vorbeugung. Außerdem beantworten wir häufig gestellte Fragen zur Kohlweißling-Bekämpfung.

Der Kohlweißling: Merkmale und Lebenszyklus

Bevor Sie mit der Bekämpfung des Kohlweißlings beginnen, ist es wichtig, mehr über diesen Schädling zu erfahren. Der Kohlweißling (Pieris brassicae) gehört zur Familie der Weißlinge und ist ein weißer Schmetterling mit schwarzen Flecken auf den Flügeln. Er hat eine Flügelspannweite von etwa sechs bis acht Zentimetern und fliegt im Sommer von Juni bis August. Der Kohlweißling ist vor allem an Kohlpflanzen zu finden und legt seine Eier an den Blättern von Kohlpflanzen ab.

Die Eier sind klein und gelblich-grün. Die Raupen schlüpfen nach etwa einer Woche und sind anfangs nur wenige Millimeter groß. Im weiteren Verlauf können die Raupen bis zu 25 mm lang werden und haben eine grüne Farbe mit schwarzen Punkten und gelben Streifen. Die Raupen fressen die Blätter der Kohlpflanzen und können erhebliche Schäden verursachen.

Nach einer Fressphase von etwa drei bis vier Wochen verpuppen sich die Raupen an den Pflanzen und der Kohlweißling entwickelt sich zum Schmetterling. Der gesamte Lebenszyklus dauert etwa sechs bis acht Wochen, je nach Temperatur und Witterung.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Kohlweißling

Der Kohlweißling kann durch verschiedene Maßnahmen wirksam bekämpft werden. Eine Möglichkeit ist die vorbeugende Pflanzenschutz-behandlung. Hierbei können natürliche Hausmittel oder spezielle Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Vorbeugung durch Netze oder Folie

Wenn Sie den Kohlweißling effektiv bekämpfen möchten, können Netze oder Folien verwendet werden. Diese schützen die Pflanzen vor Schädlingen und verhindern eine Eiablage des Kohlweißlings. Bei der Verwendung von Netzen oder Folien sollten Sie darauf achten, dass diese engmaschig sind und keine kleinen Lücken entstehen, durch die der Schädling eindringen kann.

Vorbeugung durch Pflanzenschutzmittel

Ein weiterer Ansatz zur Bekämpfung des Kohlweißlings ist die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln. Hierbei sollten Sie jedoch darauf achten, nur zugelassene Mittel zu verwenden und die Dosierungsempfehlungen einzuhalten. Manche Pflanzenschutzmittel sind auch für den ökologischen Landbau zugelassen und schonen die Umwelt.

Vorbeugung durch natürliche Hausmittel

Neben Pflanzenschutzmitteln können auch natürliche Hausmittel wirksam sein, um den Kohlweißling zu bekämpfen. Eine Möglichkeit ist die Anwendung von Knoblauchspray. Hierbei werden Knoblauchzehen zerdrückt und mit Wasser vermischt. Die Lösung wird dann auf die Blätter der Kohlpflanzen aufgetragen. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Brennnesseljauche. Diese hat eine abstoßende Wirkung auf den Kohlweißling und stärkt zudem die Pflanzen.

Wichtig ist, dass bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln oder natürlichen Hausmitteln die angegebenen Dosierungen und Anwendungs-hinweise eingehalten werden, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit zu gewährleisten.

Chemische Bekämpfung des Kohlweißlings

Wenn Sie einen starken Befall des Kohlweißlings in Ihrem Garten haben und andere Maßnahmen nicht ausreichen, können Sie chemische Pflanzenschutzmittel einsetzen. Diese sollten jedoch nur als letzte Option genutzt werden, da sie oft nicht nur den Schädling, sondern auch andere Nützlinge und die Umwelt schädigen können.

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Vor der Anwendung sollten Sie sich daher immer über die Wirksamkeit und Risiken der Mittel informieren und die Dosierungsempfehlungen genau einhalten. Wählen Sie ein Mittel, das speziell gegen den Kohlweißling wirkt und tragen Sie es nur gezielt auf die betroffenen Pflanzen auf.

Vermeiden Sie es, das Mittel bei starkem Wind oder Regen anzuwenden, da es sonst leicht verweht oder abgespült werden kann. Beachten Sie auch die vorgegebenen Wartezeiten, bevor Sie die behandelten Pflanzen ernten oder verzehren.

Tipp: Wenn möglich, setzen Sie auf natürliche Bekämpfungsmethoden wie Nützlinge oder Hausmittel, um den Kohlweißling auf schonende Weise zu bekämpfen.

Biologische Bekämpfung des Kohlweißlings

Eine Alternative zur chemischen Bekämpfung des Kohlweißlings ist die biologische Bekämpfung mit Hilfe von Nützlingen. Hier können Sie zum Beispiel Schlupfwespen oder Raubmilben einsetzen, um den Kohlweißling effektiv zu bekämpfen. Diese Nützlinge sind schonend für die Umwelt und greifen gezielt den Schädling an, ohne die Pflanzen zu beeinträchtigen. Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zur biologischen Bekämpfung des Kohlweißlings.

Welche Nützlinge eignen sich zur Bekämpfung des Kohlweißlings?

Es gibt mehrere Nützlinge, die zur Bekämpfung des Kohlweißlings eingesetzt werden können. Dazu gehören:

Nützling Beschreibung
Schlupfwespen Legen ihre Eier in die Eier des Kohlweißlings, sodass die Raupen nicht schlüpfen. (1)
Raubmilben Greifen die Eier des Kohlweißlings und die Raupen an. (2)
Florfliegenlarven Fressen die Raupen des Kohlweißlings. (3)

Sie können diese Nützlinge online bestellen oder in speziellen Gartencentern und Baumärkten kaufen.

Wie setzt man Nützlinge gegen den Kohlweißling ein?

Bevor Sie Nützlinge gegen den Kohlweißling einsetzen, sollten Sie sicherstellen, dass keine chemischen Pflanzenschutzmittel mehr auf den Pflanzen vorhanden sind, da dies die Nützlinge töten kann. Verwenden Sie die Nützlinge dann gemäß den Anweisungen auf der Verpackung und setzen Sie sie gezielt an den Stellen ein, an denen der Kohlweißling aktiv ist. Achten Sie darauf, die Nützlinge regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls nachzusetzen, um einen effektiven Schutz zu gewährleisten.

Wie kann man die Population der Nützlinge im Garten erhöhen?

Um die Population der Nützlinge im Garten zu erhöhen, können Sie Unterschlupfmöglichkeiten und Nistplätze schaffen. Dazu gehören beispielsweise Nistkästen, Hecken und Wildblumenwiesen. Auch das Anpflanzen von bestimmten Pflanzenarten, die als Nahrungsquelle für Nützlinge dienen, kann dazu beitragen, dass sich diese vermehren und besser im Garten etablieren.(4)

Durch die biologische Bekämpfung des Kohlweißlings mit Hilfe von Nützlingen können Sie effektiv und umweltschonend Schädlinge bekämpfen und Ihre Pflanzen schützen.

Quellen:
(1) https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/schlupfwespen/62052
(2) https://www.nuetzlingsmobil.de/produkt-kategorie/raubmilben/
(3) https://www.biologischgaertnern.de/tipps/schaedlinge/kohlweissling/
(4) https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/pflanzen-im-garten/garten-ohne-pestizide/pflanzen-wildbienen/index.html

Hausmittel gegen Kohlweißling-Larven

Wenn Sie den Kohlweißling auf natürliche Weise bekämpfen wollen, können Sie auch auf bewährte Hausmittel zurückgreifen. Diese können eine gute Ergänzung zu anderen Bekämpfungsmethoden sein oder allein verwendet werden, wenn Sie keine Chemikalien einsetzen möchten.

Knoblauchspray

Knoblauch kann ein wirksames Abwehrmittel gegen Kohlweißling-Larven sein. Sie können ganz einfach ein Knoblauchspray herstellen, indem Sie Knoblauchzehen zerdrücken und mit Wasser vermischen. Lassen Sie die Mischung etwa eine Stunde ziehen und sprühen Sie sie dann auf die Blätter der Kohlpflanzen.

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Das Knoblauchspray kann die Larven abwehren und auch andere Schädlinge fernhalten. Sie sollten jedoch sicherstellen, dass Sie das Spray nur auf die Blätter der Pflanzen und nicht auf die Blüten oder den Boden sprühen, da es sonst andere nützliche Insekten abtöten kann.

Brennnesseljauche

Brennnesseljauche ist eine weitere wirksame Möglichkeit, um Kohlweißling-Larven auf natürliche Weise zu bekämpfen. Hierfür können Sie einfach Brennnesseln in Wasser einlegen und den Sud dann auf die Pflanzen sprühen.

Die Brennnesseljauche kann dazu beitragen, die Pflanzen zu stärken und widerstandsfähiger gegen Schädlinge zu machen. Gleichzeitig wirkt sie abschreckend auf die Kohlweißling-Larven und hält sie fern.

Tipp: Achten Sie darauf, dass Sie die Brennnesseln in einem abgedeckten Gefäß einweichen, um unangenehme Gerüche zu vermeiden.

Probieren Sie diese Hausmittel aus, um den Kohlweißling auf natürliche Weise zu bekämpfen und Ihre Pflanzen zu schützen.

Kohlweißling-Bekämpfung im Gewächshaus

Auch im Gewächshaus kann der Kohlweißling für große Schäden an Kohlpflanzen sorgen. Daher ist es wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um den Schädling fernzuhalten oder ihn zu bekämpfen.

Hygiene und Belüftung

Ein wichtiger Faktor bei der Bekämpfung des Kohlweißlings im Gewächshaus ist eine gute Hygiene. Säubern Sie das Gewächshaus regelmäßig gründlich und entfernen Sie alle abgestorbenen Pflanzenreste. Durch eine gute Belüftung können Sie außerdem verhindern, dass der Schädling sich im Gewächshaus ausbreitet.

Netze und Folien

Wie im Garten können Sie auch im Gewächshaus Netze oder Folien verwenden, um den Kohlweißling fernzuhalten. So verhindern Sie, dass der Schmetterling Eier an den Kohlpflanzen ablegt, aus denen später die Raupen schlüpfen.

Nützlinge

Setzen Sie im Gewächshaus gezielt Nützlinge wie Schlupfwespen oder Raubmilben ein, um den Kohlweißling auf natürliche Weise zu bekämpfen. Diese Nützlinge greifen gezielt den Schädling an, ohne die Pflanzen zu beeinträchtigen.

Indem Sie diese Maßnahmen ergreifen, können Sie den Kohlweißling im Gewächshaus effektiv bekämpfen und Ihre Pflanzen vor Schäden schützen.

Langfristige Maßnahmen zur Bekämpfung des Kohlweißlings

Um langfristig einen Befall des Kohlweißlings zu vermeiden, ist es wichtig, neben vorbeugenden Maßnahmen auch auf eine gute Fruchtfolge zu achten. Dies bedeutet, dass Sie Kohlpflanzen nicht an den gleichen Stellen im Beet anpflanzen sollten, sondern eine regelmäßige Rotation durchführen sollten. Dies hilft, den Boden gesund zu halten und das Risiko eines Befalls zu verringern.

Eine regelmäßige Bodenbearbeitung und Düngung kann ebenfalls dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen zu stärken und den Boden gesund zu halten. Verwenden Sie dazu organische Düngemittel wie Kompost oder Hornspäne und vermeiden Sie eine Überdüngung, da dies zu einem gesteigerten Befallsrisiko führen kann.

Ein weiterer wichtiger Aspekt zur langfristigen Bekämpfung des Kohlweißlings ist die Förderung der Biodiversität im Garten. Das bedeutet, dass Sie nicht nur Kohlpflanzen anbauen sollten, sondern auch andere Pflanzen, die Nützlinge anziehen und somit Schädlinge fernhalten. Dazu gehören beispielsweise Ringelblumen, Kapuzinerkresse und Dill.

Die Verwendung von Nützlingen wie Schlupfwespen oder Raubmilben kann ebenfalls dazu beitragen, den Kohlweißling auf natürliche Weise zu bekämpfen und einen langfristigen Schutz für Ihre Pflanzen zu gewährleisten. Nützlinge können Sie im Fachhandel erwerben oder selbst heranziehen.

Indem Sie diese langfristigen Maßnahmen ergreifen, können Sie nicht nur den Kohlweißling effektiv bekämpfen, sondern auch Ihre Pflanzen und den Boden gesund erhalten. Vorbeugende Maßnahmen und natürliche Kontrollmethoden sind dabei nicht nur schonender für die Umwelt, sondern auch nachhaltiger und wirtschaftlicher als der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln.

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Häufig gestellte Fragen zur Kohlweißling-Bekämpfung

Um den Kohlweißling effektiv zu bekämpfen, gibt es einige wichtige Fragen, die immer wieder gestellt werden. Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zur Kohlweißling-Bekämpfung.

Wie erkenne ich einen Befall des Kohlweißlings?

Ein Befall des Kohlweißlings zeigt sich durch kleine weiße Schmetterlinge, die um die Kohlpflanzen fliegen. Außerdem können Sie an den Blättern der Pflanze kleine Eier und grüne Raupen entdecken. Wenn Sie diese Symptome bemerken, sollten Sie schnell handeln, um eine weitere Ausbreitung des Schädlings zu verhindern.

Welche Maßnahmen sind am effektivsten gegen den Kohlweißling?

Die effektivsten Maßnahmen gegen den Kohlweißling sind vorbeugende Maßnahmen wie das Abdecken der Pflanzen mit Netzen oder Folie sowie die Verwendung von natürlichen Pflanzenschutzmitteln. Auch die biologische Bekämpfung mit Hilfe von Nützlingen wie Schlupfwespen oder Raubmilben kann sehr effektiv sein. Wenn ein Befall bereits fortgeschritten ist, können auch chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, allerdings sollten diese mit Vorsicht und nur nach Bedarf verwendet werden, um Umwelt und Nützlinge zu schonen.

Kann ich den Kohlweißling ganz ohne Chemie bekämpfen?

Ja, es ist durchaus möglich, den Kohlweißling ohne den Einsatz von Chemie zu bekämpfen. Vorbeugende Maßnahmen wie das Abdecken der Pflanzen mit Netzen oder Folie sowie die Verwendung von natürlichen Pflanzenschutzmitteln sind sehr effektiv. Auch die biologische Bekämpfung mit Hilfe von Nützlingen kann eine gute Option sein.

Wie kann ich meine Kohlpflanzen langfristig vor dem Kohlweißling schützen?

Eine gute Fruchtfolge, regelmäßige Bodenbearbeitung und Düngung sowie vorbeugende Maßnahmen wie das Abdecken der Pflanzen mit Netzen oder Folie können dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen zu stärken und einen Befall des Kohlweißlings langfristig zu verhindern.

Kann der Kohlweißling auch im Gewächshaus auftreten?

Ja, auch im Gewächshaus kann es zu einem Befall des Kohlweißlings kommen. Hier sollten Sie besonders auf eine gute Belüftung und Hygiene achten, um Schädlinge fernzuhalten. Auch die Verwendung von Netzen oder Folien kann hier hilfreich sein. Im Idealfall setzen Sie auch hier Nützlinge ein, um den Kohlweißling auf natürliche Weise zu bekämpfen.

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